Alle reden über Ärztemangel, aber über die teils katastrophalen Rahmenbedingungen der Medizinausbildung spricht kaum jemand.
Während des Praktischen Jahres sollen Medizinstudenten vor dem Abschluss des Studiums eigentlich auf die Berufspraxis vorbereitet werden. Stattdessen büßen sie für den eklatanten Personalmangel – ob in der Pflege oder der OP-Assistenz. Sie halten stundenlang die Haken an der offenen Wunde oder nehmen tagelang Blut ab. Sie sind Mädchen für alles, Lückenfüller – und vor allem: billig!
Niedersachsens Leuchtturm-Klinik, das Universitätsklinikum Hannover, zahlt angehenden Ärzten eine einheitliche Aufwandsentschädigung von 550 Euro. Ein Minijobber beim Textildiscounter bekommt sechs Euro mehr.
Im Landtag stellte ich kürzlich klar: Das ist keine Ausbildung. Das ist Ausbeutung!