Fast 95 Prozent der niedersächsischen Ausbildungsbetriebe stellen inzwischen Defizite bei Schulabgängern fest. Besonders häufig nennen sie mangelnde Belastbarkeit, Disziplin, mathematische Grundlagen und fehlendes sprachliches Ausdrucksvermögen. Gleichzeitig müssen bereits mehr als 40 Prozent der Betriebe eigene Nachhilfe anbieten, um schulische Defizite auszugleichen. Das geht aus der aktuellen Ausbildungsumfrage der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen hervor.
Dazu MUDr. PhDr. / Univ. Prag Jozef Rakicky, fraktionsloser Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag:
„Die Wirtschaft stellt den Schulen ein verheerendes Zeugnis aus. Wenn Betriebe inzwischen Nachhilfe in Mathematik, Sprache und grundlegenden Arbeitstugenden leisten müssen, läuft im Bildungssystem etwas grundlegend schief. Schule muss junge Menschen befähigen, eine Ausbildung erfolgreich zu beginnen – nicht Defizite produzieren, die anschließend von den Betrieben ausgeglichen werden müssen.
Wer Unterricht immer stärker mit ideologischen Debatten überfrachtet, darf sich nicht wundern, wenn Lesen, Schreiben, Rechnen und Leistungsbereitschaft auf der Strecke bleiben. Die Kernaufgabe der Schule ist Wissensvermittlung und die Vorbereitung auf Beruf und Leben. Niedersachsen braucht wieder einen klaren Fokus auf Bildungsqualität statt ideologischer Experimente.“

