Die Verschuldung der niedersächsischen Kommunen ist allein im Jahr 2025 um 21,5 Prozent von 17,8 auf 21,6 Milliarden Euro gestiegen. Pro Einwohner erhöhte sie sich damit innerhalb eines Jahres von 2223 auf 2703 Euro. Das geht aus der aktuellen Schuldenstatistik des Landesamtes für Statistik Niedersachsen hervor. Eine im August 2026 veröffentlichte Untersuchung der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen (IHKN) zeigt zugleich: 88,7 Prozent der teilnehmenden Kommunen bewerten neue oder ausgeweitete Aufgaben von Bund und Land als starke oder sehr starke Belastung ihrer finanziellen Handlungsfähigkeit. 80,1 Prozent halten den finanziellen Ausgleich dafür für unzureichend.
Dazu MUDr. PhDr. / Univ. Prag Jozef Rakicky, fraktionsloser Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag:
„2703 Euro Schulden pro Einwohner – 480 Euro mehr als nur ein Jahr zuvor. Die Zahlen zeigen, wohin eine Politik ungedeckter Versprechen führt: Bund und Land übertragen Aufgaben und machen zugleich immer aufwendigere Vorgaben für deren Umsetzung, während die Rechnung in den Rathäusern landet. Am Ende zahlen Bürger und Betriebe – durch höhere Steuern und Gebühren, verschobene Investitionen und langwierige Verfahren. Die Landesregierung darf die Kommunen nicht länger zu Inkassostellen ihrer Politik machen. Allerdings wird sich die Krise auch nicht allein mit mehr Geld lösen. Wenn 95 Prozent der befragten Kommunen selbst Verfahrensvereinfachungen fordern, ist der Reformstau offenkundig. Niedersachsen braucht eine verlässliche Finanzierung übertragener Aufgaben und eine Verwaltung, die Investitionen ermöglicht, statt sie auszubremsen. Wer seit Jahren Aufgaben auftürmt, Kosten abwälzt und Reformen verschleppt, wird die Kommunen nicht aus der Krise führen – dafür braucht es einen grundlegenden politischen Wechsel in Hannover und Berlin.“

